Grußwort Sarah Duve, Geschäftsführerin VISION KINO gGmbH - Netzwerk für Film- und Medienkompetenz

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Lehrerinnen und Lehrer,

wie oft ist so ein Filmerlebnis im gemütlichen Kinosessel eine mal aufregende und schöne, mal durchaus unbequeme Reise: in eine andere Zeit, in ein anderes Leben, in ein anderes Land. Filme bringen uns die Vergangenheit nah und machen die Zukunft greifbar, sie können uns an die entlegensten Winkel der Welt führen oder uns die Augen für den Zauber des Alltäglichen öffnen, sie spiegeln unsere ureigensten Gefühle in Leinwandgröße oder lassen uns in eine fremde Haut schlüpfen und für kurze Zeit ein anderes Leben führen. Manchmal tun sie all dies gleichzeitig – so etwa die Neuverfilmung von HEIDI: Obwohl es sich hier um die Adaption eines historischen Kinderbuchs handelt, das nicht selten als „Schweizer Nationalgut“ bezeichnet wird, erzählt die Geschichte so universell vom Verlassen der Heimat und dem damit verbundenen Heimweh, dass sie Kinder über zeitliche und kulturelle Grenzen hinweg anrührt.

Auf diese Kraft von Filmen, Grenzen vielerlei Arten zu überwinden, Verständnis zu wecken und über Sprachbarrieren hinweg Brücken zu anderen Menschen und Kulturen zu bauen, setzt eines der neuen Angebote der SchulKinoWochen: Wir freuen uns sehr, dass wir ausgewählte Filme aus dem Programm mit gesonderten Unterrichtsmaterialien für neu zugewanderte Kinder und Jugendliche anbieten können. Davon, wie unterschiedlich ihre Migrationsgeschichten sein können, zeugen eine Reihe von Filmen aus dem regulären Programm: Sie greifen die Themen Flucht, Vertreibung und Asyl auf und richten den Blick dabei auch auf die aufnehmenden Gesellschaften.

An bereits heimische Sprachlernende richtet sich unser neuer Praxisleitfaden „Film im Fremdsprachenunterricht“, der kostenlos auf der Website von VISION KINO bestellt werden kann. Auf 63 Seiten erschließt er das umfassende Potenzial des originalsprachlichen Films für die Vermittlung von Filmbildung, das interkulturelle Lernen, den Spracherwerb und das Hör-/Seh-Verstehen, bietet vielfältige methodische Anregungen sowie Informationen zu interessanten Quellen aus den Bereichen Film und Filmpädagogik für die Sprachen Englisch, Französisch und Spanisch.

Last but not least wird die Relevanz von Filmbildung für kulturelle Vielfalt und Integration angesichts zunehmender Einwanderung und Migration auch eines der Themen sein, die der sechste Kongress „Film – Kompetenz – Bildung“ vom 7.-9. Dezember 2016 in Erfurt in sein Zentrum stellt. Zum Dialog eingeladen sind wieder Lehrkräfte, Kinobetreiber/innen, Filmschaffende und Entscheidungsträger/innen aus Film, Bildung, Politik und Wissenschaft. Die Teilnahme ist kostenlos und wird in fast allen Bundesländern als offizielle Fortbildung für Lehrkräfte anerkannt.

Seit über 10 Jahren setzt sich VISION KINO für eine stärkere Wahrnehmung des Kinofilms in Bildungszusammenhängen ein. Unterstützt und gefördert wird VISION KINO durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Filmförderungsanstalt sowie die „Kino macht Schule“ GbR; die Schirmherrschaft hat Bundespräsident Joachim Gauck übernommen. Neben ihnen gilt unser Dank auch den Schul- und Bildungsministerien sowie zahlreichen bundesweiten und lokalen Kooperationspartnern und Unterstützern, die es ermöglichen, dass wir bei den SchulKinoWochen erneut ein umfangreiches Programm anbieten können.

Nach einem fantastischen Teilnahmerekord im letzten Turnus freuen wir uns darauf, auch während der SchulKinoWochen 2016/2017 wieder möglichst viele junge Menschen dabei zu unterstützen, kompetent und kreativ mit Film als Medium umzugehen, Kino als besonderen Ort des Filmkunstgenusses zu erleben – und als Ort, an dem hoffentlich viele Brücken zu anderen Menschen und neue Blickwinkel entstehen.


Ihre 
Sarah Duve

Grußwort der Thüringer Ministerin für Bildung, Jugend und Sport Dr. Birgit Klaubert

 

In ihrer 14. Auflage zeigen die SchulKinoWochen Kinohelden fernab gängiger Klischees. Statt Superhelden mit Umhang und Maske und übernatürlichen Kräften erwarten die Schülerinnen und Schüler Filme, in denen Menschen über sich hinauswachsen und inmitten ihres alltäglichen Lebens bewundernswerten Einsatz zeigen. Menschen, die einfach ihren Weg gehen, gegen den
Strom schwimmen, ihr Schicksal meistern. Und gerade deshalb zu Helden werden. Es sind liebenswerte Helden,
weil sie eben auch Schwächen haben oder zumindest nicht zum Helden geboren sind. So werden selbst pfiffige Schafe, kleine gewitzte Kater und tolpatschige Schmusebären zu Vorbildern, die dabei helfen, die eigenen Potentiale zu entdecken, Lösungen zu finden und sich des eigenen Wertes bewusst zu werden.

Wieder einmal gelingt es den SchulKinoWochen, schulische Themenfelder im Kino zu vertiefen, Medienkompetenz zu stärken und die Schülerinnen und Schüler für die Herausforderungen unserer Zeit zu sensibilisieren. Es ist ein Konzept, das sich bewährt hat: nah dran am Publikum, mit prämierten Filmen und vielfältigen Angeboten von Filmgesprächen über Kinoseminare und Fortbildungen bis hin zu Workshops. Ich freue mich über den großen Zuspruch, den die SchulKinoWochen in ganz Thüringen seit vielen Jahren erfahren. Zusammen mit zahlreichen Partnern und unter Mitarbeit sämtlicher Thüringer Kinos, von Filmclubs, Vereinen und mobilen Kinoanbietern machen die SchulKinoWochen attraktive Bildungsangebote und sorgen dafür, dass das Kino als Lernort wahrgenommen wird.

Ich wünsche allen Schülerinnen und Schülern sowie allen Lehrerinnen und Lehrern bewegende Filmerlebnisse, interessante Veranstaltungen und einen lebhaften Gedankenaustausch. Viel Erfolg den SchulKinoWochen 2016!

Dr. Birgit Klaubert
Thüringer Ministerin für Bildung, Jugend und Sport

Grußwort Marcus Tullner, Bildungsminister des Landes Sachsen-Anhalt


Sehr geehrte Schulleiterinnen, sehr geehrte Schulleiter,

seit über einen Jahrzehnt wird nunmehr die SchulKinoWoche von der Vision Kino gGmbH, die unter
der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Joachim Gauck steht, angeboten. Zum 14. Mal findet im kommenden Schuljahr 2016/2017 das medienpädagogische Projekt, die SchulKinoWoche, in Sachsen-Anhalt statt. Alle Schulen sind eingeladen,
das Kino als außerschulischen Lernort zu besuchen.

Filme gehören als künstlerische Werke und als Teil des kulturellen Erbes zu unserer Kultur und sie prägen unser Verständnis von der Welt. Die besondere Atmosphäre im Kino ermöglicht eine hohe Aufmerksamkeit für die Filme und bietet gute Ansatzpunkte, um mit Schülerinnen und Schülern ins Gespräch zu kommen, denn der kulturelle Ort Kino hat bei Kindern und Jugendlichen eine hohe Akzeptanz.

Die diesjährige Veranstaltungsreihe läuft unter dem Titel „ Helden auf dem Weg zum Glück“.

Die Figur des Helden verbinden wir oft mit Superkräften oder besonderer Intelligenz. Helden beschützen uns retten uns vor Feinden und Gefahren. Doch das Kino zeigt uns auch, dass die meisten Helden oft ganz unscheinbar im Alltag agieren. Sie helfen Anderen oder versuchen, Ihr Leben gegen alle Widerstände nach eigenen Vorstellungen zu leben. Die wahren Helden agieren im Verborgenen und je mehr es von ihnen gibt, desto besser funktioniert unsere Gesellschaft. Die Filme der SchulKinoWoche zeigen diese vielen kleinen Heldengeschichten, die nicht immer gut ausgehen, doch wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Ich möchte Sie bitten, den SchulKinoWochen Sachsen-Anhalt 2016 erneut Ihre Aufmerksamkeit zu schenken, Ihre Kolleginnen und Kollegen auf das Projekt hinzuweisen. Lassen Sie sich von der Vielfalt interessanter Filme und Sonderveranstaltungen, die mit Regisseuren und Filmpädagogen geplant sind,  inspirieren und schauen Sie zur 14. Schulkinowoche mit ihren Schülerinnen und Schülern hinter den Vorhang.

Mein besonderer Dank gilt den teilnehmenden Kinos und den Lehrerinnen und Lehrern in Sachsen-Anhalt für die Mitgestaltung dieser medienpädagogisch wertvollen Woche. Ich hoffe, dass das Programmheft Ihr Interesse weckt und Ihre Kolleginnen und Kollegen sowie Schülerinnen und Schüler zu einem Kinobesuch anregt. Machen Sie von dem Angebot regen Gebrauch!

M. Tullner
Minister für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt