Filmgespräche mit Gästen

Der Himmel wird warten
Dienstag l 21.11.2017 l 10:00 Uhr l Kommunales Kino im monami Weimar l Zu Gast: Kathrin Schuchardt, Cultures Interactive e.V. Verein zur interkulturellen Bildung und Gewaltprävention

Im Anschluss an die Filmvorführung spricht Kathrin Schuchardt, Mitarbeiterin bei Cultures Interactice e.V. über Mechanismen der Radikalisierung über das Internet.

Die Abiturientin Mélanie lernt im Internet einen Jungen kennen, der sich "Freigeist" nennt. Nachdem er ihr Avancen gemacht hat, fragt er Mélanie nach ihrer religiösen Gesinnung. Es ist der erste Schritt der Indoktrinierung. Mélanie empfängt fortan ständig Nachrichten ihres Verehrers, fühlt sich ernst genommen und beginnt sich für dessen Verschwörungstheorien und Lobeshymnen auf den sogenannten Islamischen Staat zu interessieren. Schon bald trägt sie einen Vollschleier und ist zum Islam konvertiert. All das hat die 17-jährige Sonia bereits hinter sich. Zuvor hatte die Polizei die junge Frau festgenommen, weil sie nach Syrien reisen wollte und Kontakt zu Terrorverdächtigen hatte. Jetzt steht sie zu Hause unter Arrest und wird von ihren Eltern zu einer Therapie gezwungen, damit sie aussteigt. Doch der Weg in den Dschihadismus erfolgt meist schneller als der Ausstieg und die Rückkehr. Regisseurin Marie-Castille Mention-Schaar begann kurz nach den Terroranschlägen im Pariser Bataclan mit den Dreharbeiten zu Der Himmel wird warten. In ihrem Film wirft sie einen differenzierten Blick auf das komplexe Thema religiös begründeter Radikalisierung.


Das richtige Leben
Dienstag
l 21.11.2017 l 11:15 Uhr l Burgtheater Bad Langensalza l Zu Gast: Robert Heber, Regisseur

Regisseur Robert Heber wird seinen Film in Bad Langensalza persönlich vorstellen und mit den SchülerInnen diskutieren. 

"Das richtige Leben" erzählt eine Liebesgeschichte in der deutsch-tschechischen Grenzregion. Als Julia von Tommy unerwartet schwanger wird, entscheiden sich die beiden gegen den Willen ihrer Eltern für das Kind. Weil das Geld knapp ist, beginnt Tommy mit Drogenschmuggel und setzt damit seine Existenz und seine Beziehung aufs Spiel. Neben Drogen und Liebe handelt der Film von Vater-Sohn-Konflikten, sozialen Unterschieden und den Nachwirkungen einer kaum bewältigten DDR-Vergangenheit.

Berlin Rebel High School
Mittwoch
l 22.11.201710:00 Uhr l UCI Kinowelt Gera l Zu Gast: Alexander Kleider, Regisseur

Regisseur Alexander Kleider, der selbst diese Schule absolvierte, wird seinen Film in Gera persönlich vorstellen.

Während ganz Deutschland über Bildungspolitik diskutiert, nehmen die Schüler der wohl verrücktesten Schule Deutschlands diese selbst in die Hand. Die „Berlin Rebel High School“ wird von den SchülerInnen selbst verwaltet, es gibt weder Rektor noch Noten. Lehrkräfte werden nicht vom Land gestellt, sondern von den SchülerInnen finanziert und der Lehrplan wird demokratisch abgestimmt. Der Film begleitet junge Menschen, die bereits aus unterschiedlichen Gründen mehrfach die Schule abgebrochen haben und nun aus den verschiedensten Teilen Deutschlands nach Berlin gekommen sind, um in einer Schule ohne Mobbing und Leistungsdruck, das Abitur zu machen.


Als Paul über das Meer kam

Mittwoch
l 22.11.2017 l 10:00 Uhr l Schillerhof Jena l Zu Gast: Jakob Preuss, Regisseur und Paul Nkamani, Protagonist

Regisseur Jakob Preuss und Protagonist Paul Nkamani werden ihren Film im Anschluß an die Vorstellung mit den SchülerInnen diskutieren.

Der Dokumentarfilmer Jakob Preuss hat den Kameruner Paul Nkamani 2014 in einem Camp am Rande der spanischen Exklave Melilla in Marokko kennengelernt. Dort warten Paul und viele andere afrikanische Flüchtlinge auf ihre Chance, nach Europa zu gelangen. Die Wege der beiden trennen sich zunächst wieder: Paul schafft es in einem Schlauchboot nach Europa, die Hälfte seiner Mitreisenden stirbt.
Der Regisseur sieht die erschütternden Bilder der Rettung im Fernsehen entdeckt dabei Paul. Er macht sich auf die Suche und findet ihn in einem spanischen Rote-Kreuz-Heim. Als Paul beschließt, weiter nach Deutschland zu reisen, muss Jakob sich entscheiden: Soll er Paul aktiv bei seinem Streben nach einem besseren Leben unterstützen oder in der Rolle des beobachtenden Filmemachers bleiben?
Viereinhalb Jahre nachdem Pauls Odyssee begonnen und er seine Mutter in Kamerun verlassen hat, zieht er zu Jakobs Eltern ins ehemalige Kinderzimmer des Regisseurs. Und doch bleibt seine Zukunft in Deutschland ungewiss.

Projektorganisation Thüringen

Marc Olff
Tel. 0361 / 66 386 15
olff@schulkinowochen.de