Die Welt im Wandel

Die Welt ist im Wandel. Veränderungen haben die Menschen schon immer geängstigt, aber auch ungeahnte Kräfte mobilisiert. Wir sind geprägt von diesen Veränderungen, die mal unmerklich und mitunter massiv über uns hereinbrechen. In den letzten Jahren haben wir uns an Dinge gewöhnt, die kurz vorher noch undenkbar waren: Terroranschläge in europäischen Großstädten, demokratisch gewählte Präsidenten, die politische Diplomatie durch Populismus ersetzen, tote Flüchtlinge im Mittelmeer, schmelzende Polkappen, Millionen Tonnen von Plastik in unseren Ozeanen, fürchterlichste Kriege, oder auch digitale Überwachung, samt Auflösung der Privatsphäre. Dies alles prägt nicht nur unseren medialen Alltag, sondern ist für viele Menschen auch direkt spürbar geworden. Unsere Handlungen und unsere Lebensweise beeinflussen den Lauf der gesamten Welt. Natürlich soll keiner ständig mit einem schlechten Gewissen leben. Es ist schwer, es allen recht und alles richtig zu machen, die richtigen Produkte zu kaufen, tolerant zu sein gegenüber anderen Kulturen oder sexuellen Orientierungen, verantwortungsbewusst mit Kommunikationsmitteln umzugehen, auf Umweltschutz zu achten, den Müll zu trennen, engagiert zu sein ... Viele Menschen sind damit überfordert und reagieren mit Ablehnung, die vor allem in den sozialen Medien verbal zum Ausdruck gebracht wird.

Wir denken, dass Moralpredigten nicht helfen und nicht gehört werden. Erst eigene Erfahrungen und direkte Anteilnahme an Geschichten können im Kopf eines jeden Einzelnen zum Nachdenken anregen. Das Kino ist ein Ort, der zu Empathie und Emotionalität verführt. Es konfrontiert uns mit neuen Erzählweisen und eigener Ästhetik und vermittelt uns ein Weltwissen, das es uns ermöglicht, das Hier und Jetzt in Bezug zu einem größeren Ganzen zu setzen. Und es lässt uns unsere Rolle reflektieren, die wir in dieser Welt spielen. Es zeigt aber auch Geschichten, die uns träumen lassen und unser Dasein unterhaltsam und mit Leichtigkeit behandeln.

Unser Programm soll auch in diesem Jahr zu einer vielfältigen Auseinandersetzung mit unserem Leben und unserer Welt anregen. Es widmet sich in Dokumentar- und Spielfilmen der Funktion und der Bedrohung von Meeren und Ozeanen oder auch der Agenda 2030 der internationalen Staatengemeinschaft, die einen Vertrag verabschiedet hat, der 17 Ziele für die nachhaltige Entwicklung umfasst und dem Gedanken Ausdruck verleiht, dass sich die globalen Herausforderungen nur gemeinsam lösen lassen.
Im 500. Jubiläumsjahr der Reformation beschäftigen wir uns darüber hinaus mit dem Wirken Martin Luthers und inwiefern die Reformation ein einschneidendes weltveränderndes Ereignis darstellt.
Das Kino zeigt uns, dass Wandel oder Neues an sich nicht schlecht oder problematisch sind, doch es ist wichtig, darüber nachzudenken, ob sie uns in die richtige Richtung führen.