Filmgespräch mit Regisseurin Loraine Blumenthal - Eintritt frei
18.06.2026 | 10:00 - 12:30 Uhr | Magdeburg
Ort: OLi-Kino Magdeburg
Zu Gast: Loraine Blumenthal, Regie
Thomas „Eichi“ Eichstätt, der stattliche Typ mit den vielen Tätowierungen, wirkt auf den ersten Blick ein wenig furchteinflößend. Doch wenn man sieht, wie liebevoll er mit den Jungs seiner Fußballmannschaft umgeht, allesamt Geflüchtete im Raum Torgelow, wie er ihnen hilft im Alltag, dann ändert sich das Bild. Loraine Blumenthal hat ihn begleitet und zeigt, dass auch er dringend Hilfe benötigt von der Stadt und dass er eine Vergangenheit in der Neonaziszene mit sich herumträgt, auf die er nicht stolz ist.
Wir möchten mit Loraine Blumentahl in Magdeburg über ihren Film sprechen. Sie und Ihre Schülerinnen und Schüler sind herzlich dazu eingeladen. Der Eintritt ist für alle frei.
Sie können sich ab sofort anmelden unter:
schuetz@schulkinowochen.de
Ansprechpartner: Peter Schütz, Telefon: 0361-66386-20
EINTRITT FREI
IM OSTEN WAS NEUES
Dokumentarfilm / Deutschland 2025 / 86 Min. / Regie: Loriane Blumenthal
ab 9. Klasse / empfohlen ab 14 Jahren / FSK: 12
Unterrichtsfächer Politik, Sozialkunde, Ethik, Geschichte, Sport, Demokratieerziehung (fächerübergreifend)
Themen diverse Lebensrealitäten, Teilhabe, Ausschluss, Migration, Migrationsgesellschaft, Rassismus, Rechtsextremismus, Ostdeutschland, Empowerment, Fußball
IM OSTEN WAS NEUES begleitet den Fußballverein FC PIO, der in einer Kleinstadt in Mecklenburg-Vorpommern zu einem wichtigen Ort für junge Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrungen geworden ist. Im Zentrum steht Thomas „Eichi“ Eichstätt, der gemeinsam mit Spielern aus Afghanistan, Tschetschenien, der Ukraine und weiteren Herkunftsländern einen Raum schafft, in dem Begegnung, Anerkennung und gegenseitige Unterstützung möglich werden. Der Film zeigt, wie ein scheinbar „kleines“ Vereinsumfeld zu einem sozialen Anker wird – inmitten gesellschaftlicher Spannungen, rechtsoffener Stimmungen und struktureller Benachteiligung. Ohne zu idealisieren, macht der Film sichtbar, wie Vertrauen entsteht, wie Konflikte ausgehandelt werden und wie gemeinsames Handeln zu einer Form von Selbstermächtigung wird.
filmisch
Statt Interviewsituation oder Off-Kommentar entsteht die Erzählung durch Situationen, Blicke und Gesten im gemeinsamen Alltag. Die Kamera bleibt oft nah an Gesichtern und Körpern, etwa während des Trainings oder im Vereinsheim, wodurch eine körperliche Präsenz und direkte Beziehung erfahrbar wird. Der Ton bewahrt Umgebungsgeräusche – Rasen, Stimmengewirr, Wind –, was die Atmosphäre des Ortes trägt. Die Montage strukturiert Übergänge zwischen Spielplatz, Privatleben und Stadtumfeld in einem ruhigen Rhythmus und vermeidet erklärende Insert-Texte. So entsteht ein filmischer Raum des Zuhörens, in dem der Film Haltung durch Form, nicht Interpretation vermittelt.
Anknüpfungspunkte an die pädagogische Arbeit
Der Film eignet sich, um Fragen von Zugehörigkeit, Gemeinschaft und Demokratie im Alltag zu behandeln. Er bietet einen sensiblen Zugang zu Themen wie Rassismus, Migration, ländlicher Raum, Teilhabe und Solidarität. In der schulischen oder außerschulischen Bildungsarbeit kann der Film genutzt werden, um stereotype Vorstellungen über „Ostdeutschland“ zu reflektieren und konkrete Lebensrealitäten sichtbarer zu machen. Gleichzeitig zeigt er positive Handlungsspielräume: wie Menschen Räume gestalten, Verantwortung übernehmen und Strukturen verändern. Methodisch eignet sich der Film für Gesprächsrunden, biografische Reflexionen sowie als Ausgangspunkt für lokale Recherchen zu Vereinen, Initiativen oder Beteiligungsmöglichkeiten vor Ort. Die Schüler:innen können analysieren, wie der Film nur durch Beobachtung erzählt. Welche Eindrücke entstehen dadurch? Welche Wirkung hat diese Machart auf sie als Zuschauer:innen?

