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Schulkinowoche Thüringen/Sachsen-Anhalt

Schulkinowoche Thüringen/Sachsen-Anhalt

24. SchulKinoWoche Thüringen I Sachsen-Anhalt
16. bis 27. November 2026

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Babystar

8. Mai 2026 by

Soziale Medien bestimmen unser Leben schon seit geraumer Weile. (Fast) jeder von uns konsumiert ihre Inhalte, für junge Menschen sind sie zum Teil einzige Informationsquelle. Sie produzieren Helden, Trends, Shitstorms und jede Menge Influencerinnen und Influencer, die, bei entsprechender Resonanz, sehr gut Leben können durch Werbedeals. Doch was passiert, wenn ein komplettes Familienleben zum Geschäftsmodell wird?

Wir möchten anhand der Films „Babystar“ mit Ihnen und Ihren Schülerinnen und Schülern darüber in Salzwedel sprechen. Seien Sie herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Sie können sich ab sofort anmelden unter:
schuetz@schulkinowochen.de
Ansprechpartner: Peter Schütz, Telefon: 0361-66386-20

EINTRITT FREI

BABYSTAR
Drama / Deutschland 2025 / 102 Min. / Regie: Joscha Bongard
ab 9. Klasse / empfohlen ab 14 Jahren / FSK: 12

Unterrichtsfächer Ethik, Sozialkunde, Deutsch, Politik, Philosophie, Medienbildung
Themen Social Media, Influencer, Selbstdarstellung und Inszenierung, Identität, Kapitalismus, Familiendynamiken

Luca (16) ist erfolgreich im Influencer-Business. Alles, was in ihrem Hochglanz-Leben passiert, vermarkten ihre jungen Eltern als Family-Content im Internet. Seit dem ersten Ultraschallbild Lucas nehmen Millionen Followerinnen am Privatleben der Familie teil, verfolgen ihr Aufwachsen aus jedem abgefilmten Winkel ihrer schicken Villa mit Pool. Die Eltern-Kind Gespräche der Heranwachsenden finden als Podcasts statt, Lucas Avatar wird zur „Freundin“ für Millionen auf dem Handy – alles wird zu Geld gemacht. Als die Eltern ihre Tochter vor laufender Kamera mit ihrer Entscheidung für ein neues Kind überraschen, bricht Lucas Welt zusammen. Wo wird ihr Platz innerhalb der Familie sein, wenn ein neuer Babystar die Bühne betritt? Sie verliert den Halt – und wird dabei gnadenlos abgefilmt. Alles für Klicks im Internet. Gefangen im eigenen Netz versucht Luca gegen ihre Eltern zu rebellieren. Sie verweigert ihre Mitarbeit, mietet sich in einem Hotel ein, bittet eine Kollegin des Family-Business darum, ihre Freundin zu sein. Aber sie hat nie gelernt, wie Leben jenseits der Kamera geht – und wie man Freundinnen statt Follower:innen hat.

Umsetzung

Joscha Bongard untersucht in seinem Film, was mit jungen Menschen passiert, die in der Öffentlichkeit des Internets heranwachsen. Dafür erzählt er die Entwicklung der jungen Protagonistin nicht über ausgespielte Emotionen, sondern mit den Mitteln der (Selbst-) Inszenierung auf Social-Media: Jumpcut-Schnitte selbstgedrehter Videos mit Einstellungen auf Armlänge, von leicht oben gefilmt. Wenn die Kamera nah an Luca ist, bleibt da ein undurchdringliches, perfektes Gesicht, das auf Knopfdruck, so wie in einer Szene vorgeführt, die Emotionen in aller Schönheit wechseln kann. Ihre Gefühle durchbrechen die Fassade ihrer Selbstinszenierung nur, um in einer weiteren Inszenierung zu münden: eine provokante Aktion, wie das Versenken des Laptops des Vaters im Pool, anstelle eines klärenden Gesprächs. Der Zuschauer kann sich genauso wie Luca selbst nie sicher sein, ob die Aktionen der Familie real oder inszeniert sind. Der Einsatz sphärischer Musik und statischer Aufnahmen von oben, die teils wie Überwachungskameras anmuten, unterstützen den Eindruck von Isoliertheit der Personen in ihrer eigenen Welt.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit

Viele junge Menschen verbringen heute viel Zeit mit den inszenierten Leben anderer auf Social Media. Der Film bietet eine gute Grundlage, diese indirekte Art der Welterfahrung in ihren Funktionsweisen, inneren Logiken und Auswirkungen auf das eigene Selbstbild gemeinsam zu reflektieren. Die Filmsprache, mit der Lucas Welt gezeigt wird, bietet sich für den Einstieg ins Thema an: Welche Bilder produziert die Familie für ihre Kanäle, was zeigen sie nicht? Mit welchen filmischen Mitteln erzählt der Regisseur die Dynamiken der Familie hinter ihrer Selbstinszenierung? Wie hat die Ausbeutung von Lucas Privatleben nach den Logiken des Marktes sie zu der Person gemacht, die sie ist? Und allgemeiner: Was macht es mit einer, wenn man Erlebtes nicht einfach pur empfindet, sondern es sofort daraufhin auswertet, wie es von außen aussieht und aus welchem Winkel man es am besten filmt und später postet? Nach welchen Werten kann man Grenzen ziehen, zwischen einem gesunden Interesse an anderen Leben und einem krankmachenden Konsum von „Secondhand-Leben“, statt eigene Erfahrungen zu machen?

Kategorie: ab 9. Klasse, Sachsen-Anhalt, Sonderveranstaltungen

Babystar

8. Mai 2026 by

Soziale Medien bestimmen unser Leben schon seit geraumer Weile. (Fast) jeder von uns konsumiert ihre Inhalte, für junge Menschen sind sie zum Teil einzige Informationsquelle. Sie produzieren Helden, Trends, Shitstorms und jede Menge Influencerinnen und Influencer, die, bei entsprechender Resonanz, sehr gut Leben können durch Werbedeals. Doch was passiert, wenn ein komplettes Familienleben zum Geschäftsmodell wird?

Wir möchten anhand der Films „Babystar“ mit Ihnen und Ihren Schülerinnen und Schülern darüber in Dessau sprechen. Seien Sie herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Sie können sich ab sofort anmelden unter:
schuetz@schulkinowochen.de
Ansprechpartner: Peter Schütz, Telefon: 0361-66386-20

EINTRITT FREI

BABYSTAR
Drama / Deutschland 2025 / 102 Min. / Regie: Joscha Bongard
ab 9. Klasse / empfohlen ab 14 Jahren / FSK: 12

Unterrichtsfächer Ethik, Sozialkunde, Deutsch, Politik, Philosophie, Medienbildung
Themen Social Media, Influencer, Selbstdarstellung und Inszenierung, Identität, Kapitalismus, Familiendynamiken

Luca (16) ist erfolgreich im Influencer-Business. Alles, was in ihrem Hochglanz-Leben passiert, vermarkten ihre jungen Eltern als Family-Content im Internet. Seit dem ersten Ultraschallbild Lucas nehmen Millionen Followerinnen am Privatleben der Familie teil, verfolgen ihr Aufwachsen aus jedem abgefilmten Winkel ihrer schicken Villa mit Pool. Die Eltern-Kind Gespräche der Heranwachsenden finden als Podcasts statt, Lucas Avatar wird zur „Freundin“ für Millionen auf dem Handy – alles wird zu Geld gemacht. Als die Eltern ihre Tochter vor laufender Kamera mit ihrer Entscheidung für ein neues Kind überraschen, bricht Lucas Welt zusammen. Wo wird ihr Platz innerhalb der Familie sein, wenn ein neuer Babystar die Bühne betritt? Sie verliert den Halt – und wird dabei gnadenlos abgefilmt. Alles für Klicks im Internet. Gefangen im eigenen Netz versucht Luca gegen ihre Eltern zu rebellieren. Sie verweigert ihre Mitarbeit, mietet sich in einem Hotel ein, bittet eine Kollegin des Family-Business darum, ihre Freundin zu sein. Aber sie hat nie gelernt, wie Leben jenseits der Kamera geht – und wie man Freundinnen statt Follower:innen hat.

Umsetzung

Joscha Bongard untersucht in seinem Film, was mit jungen Menschen passiert, die in der Öffentlichkeit des Internets heranwachsen. Dafür erzählt er die Entwicklung der jungen Protagonistin nicht über ausgespielte Emotionen, sondern mit den Mitteln der (Selbst-) Inszenierung auf Social-Media: Jumpcut-Schnitte selbstgedrehter Videos mit Einstellungen auf Armlänge, von leicht oben gefilmt. Wenn die Kamera nah an Luca ist, bleibt da ein undurchdringliches, perfektes Gesicht, das auf Knopfdruck, so wie in einer Szene vorgeführt, die Emotionen in aller Schönheit wechseln kann. Ihre Gefühle durchbrechen die Fassade ihrer Selbstinszenierung nur, um in einer weiteren Inszenierung zu münden: eine provokante Aktion, wie das Versenken des Laptops des Vaters im Pool, anstelle eines klärenden Gesprächs. Der Zuschauer kann sich genauso wie Luca selbst nie sicher sein, ob die Aktionen der Familie real oder inszeniert sind. Der Einsatz sphärischer Musik und statischer Aufnahmen von oben, die teils wie Überwachungskameras anmuten, unterstützen den Eindruck von Isoliertheit der Personen in ihrer eigenen Welt.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit

Viele junge Menschen verbringen heute viel Zeit mit den inszenierten Leben anderer auf Social Media. Der Film bietet eine gute Grundlage, diese indirekte Art der Welterfahrung in ihren Funktionsweisen, inneren Logiken und Auswirkungen auf das eigene Selbstbild gemeinsam zu reflektieren. Die Filmsprache, mit der Lucas Welt gezeigt wird, bietet sich für den Einstieg ins Thema an: Welche Bilder produziert die Familie für ihre Kanäle, was zeigen sie nicht? Mit welchen filmischen Mitteln erzählt der Regisseur die Dynamiken der Familie hinter ihrer Selbstinszenierung? Wie hat die Ausbeutung von Lucas Privatleben nach den Logiken des Marktes sie zu der Person gemacht, die sie ist? Und allgemeiner: Was macht es mit einer, wenn man Erlebtes nicht einfach pur empfindet, sondern es sofort daraufhin auswertet, wie es von außen aussieht und aus welchem Winkel man es am besten filmt und später postet? Nach welchen Werten kann man Grenzen ziehen, zwischen einem gesunden Interesse an anderen Leben und einem krankmachenden Konsum von „Secondhand-Leben“, statt eigene Erfahrungen zu machen?



Kategorie: ab 9. Klasse, Sachsen-Anhalt, Sonderveranstaltungen

Im Osten was Neues

8. Mai 2026 by

Thomas „Eichi“ Eichstätt, der stattliche Typ mit den vielen Tätowierungen, wirkt auf den ersten Blick ein wenig furchteinflößend. Doch wenn man sieht, wie liebevoll er mit den Jungs seiner Fußballmannschaft umgeht, allesamt Geflüchtete im Raum Torgelow, wie er ihnen hilft im Alltag, dann ändert sich das Bild. Loraine Blumenthal hat ihn begleitet und zeigt, dass auch er dringend Hilfe benötigt von der Stadt und dass er eine Vergangenheit in der Neonaziszene mit sich herumträgt, auf die er nicht stolz ist.

Wir möchten mit Loraine Blumentahl in Salzwedel über ihren Film sprechen. Sie und Ihre Schülerinnen und Schüler sind herzlich dazu eingeladen. Der Eintritt ist für alle frei.

Sie können sich ab sofort anmelden unter:
schuetz@schulkinowochen.de
Ansprechpartner: Peter Schütz, Telefon: 0361-66386-20

EINTRITT FREI

IM OSTEN WAS NEUES
Dokumentarfilm / Deutschland 2025 / 86 Min. / Regie: Loriane Blumenthal
ab 9. Klasse / empfohlen ab 14 Jahren / FSK: 12

Unterrichtsfächer Politik, Sozialkunde, Ethik, Geschichte, Sport, Demokratieerziehung (fächerübergreifend)
Themen diverse Lebensrealitäten, Teilhabe, Ausschluss, Migration, Migrationsgesellschaft, Rassismus, Rechtsextremismus, Ostdeutschland, Empowerment, Fußball

IM OSTEN WAS NEUES begleitet den Fußballverein FC PIO, der in einer Kleinstadt in Mecklenburg-Vorpommern zu einem wichtigen Ort für junge Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrungen geworden ist. Im Zentrum steht Thomas „Eichi“ Eichstätt, der gemeinsam mit Spielern aus Afghanistan, Tschetschenien, der Ukraine und weiteren Herkunftsländern einen Raum schafft, in dem Begegnung, Anerkennung und gegenseitige Unterstützung möglich werden. Der Film zeigt, wie ein scheinbar „kleines“ Vereinsumfeld zu einem sozialen Anker wird – inmitten gesellschaftlicher Spannungen, rechtsoffener Stimmungen und struktureller Benachteiligung. Ohne zu idealisieren, macht der Film sichtbar, wie Vertrauen entsteht, wie Konflikte ausgehandelt werden und wie gemeinsames Handeln zu einer Form von Selbstermächtigung wird.

filmisch

Statt Interviewsituation oder Off-Kommentar entsteht die Erzählung durch Situationen, Blicke und Gesten im gemeinsamen Alltag. Die Kamera bleibt oft nah an Gesichtern und Körpern, etwa während des Trainings oder im Vereinsheim, wodurch eine körperliche Präsenz und direkte Beziehung erfahrbar wird. Der Ton bewahrt Umgebungsgeräusche – Rasen, Stimmengewirr, Wind –, was die Atmosphäre des Ortes trägt. Die Montage strukturiert Übergänge zwischen Spielplatz, Privatleben und Stadtumfeld in einem ruhigen Rhythmus und vermeidet erklärende Insert-Texte. So entsteht ein filmischer Raum des Zuhörens, in dem der Film Haltung durch Form, nicht Interpretation vermittelt.

Anknüpfungspunkte an die pädagogische Arbeit

Der Film eignet sich, um Fragen von Zugehörigkeit, Gemeinschaft und Demokratie im Alltag zu behandeln. Er bietet einen sensiblen Zugang zu Themen wie Rassismus, Migration, ländlicher Raum, Teilhabe und Solidarität. In der schulischen oder außerschulischen Bildungsarbeit kann der Film genutzt werden, um stereotype Vorstellungen über „Ostdeutschland“ zu reflektieren und konkrete Lebensrealitäten sichtbarer zu machen. Gleichzeitig zeigt er positive Handlungsspielräume: wie Menschen Räume gestalten, Verantwortung übernehmen und Strukturen verändern. Methodisch eignet sich der Film für Gesprächsrunden, biografische Reflexionen sowie als Ausgangspunkt für lokale Recherchen zu Vereinen, Initiativen oder Beteiligungsmöglichkeiten vor Ort. Die Schüler:innen können analysieren, wie der Film nur durch Beobachtung erzählt. Welche Eindrücke entstehen dadurch? Welche Wirkung hat diese Machart auf sie als Zuschauer:innen?

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Kategorie: ab 9. Klasse, Sachsen-Anhalt, Sonderveranstaltungen

Das geheime Stockwerk

8. Mai 2026 by

Irgendwann haben wir aufgehört, die vielen Preise für unseren letztjährigen Auftaktfilm zu zählen. Wir freuen uns sehr, ihn noch einmal in Wittenberg mit Filmgespräch präsentieren zu können. Wie wenige andere Filme vor ihm, versteht es „Das geheime Stockwerk“, das Thema Nationalsozialismus mit einem spannenden Kinderkrimi zu verweben.

Der Eintritt ist frei!

Anmeldungen sind ab sofort möglich unter
schuetz@schulkinwochen.de
Ansprechpartner: Peter Schütz (Projektleiter SchulKinoWoche Thüringen/Sachsen-Anhalt)

DAS GEHEIME STOCKWERK
Kinderkrimi, Historienfilm / Deutschland, Österreich, Luxemburg 2025 / 96 Min. / Regie: Norbert Lechner
ab 5. Klasse / empfohlen ab 10 Jahren / FSK: 6

Unterrichtsfächer: Deutsch, Geschichte, Lebenskunde, Ethik, Politik
Themen: Nationalsozialismus, Antisemitismus, Widerstand, Flucht, Verfolgung, Freundschaft, Familie, Geschichte, Erinnerungskultur

Der 12-jährige Karli zieht mit seinen Eltern in die Alpen. Dort möchten sie ein altes Hotel renovieren und neu eröffnen. Karli ist vom Umzug nicht begeistert und hilft nur widerwillig mit. Eines Tages entdeckt er, dass der alte Aufzug des Hotels eine Zeitreisemaschine ist. Mit ihr landet Karli im Hotel des Jahres 1938. Neugierig betritt er die fremde Welt und freundet sich dort mit dem jüdischen Mädchen Hannah und dem Schuhputzer Georg an. Außerdem lernt er den Pianisten Bruno kennen. Im Hotel scheint jemand Geld zu stehlen. Georg wird beschuldigt und Hannah sowie Karli setzen alles daran, den wahren Dieb zu finden. Dabei bemerken sie, dass im Hotel geheimnisvolle Dinge vor sich gehen. Karli erkennt außerdem, dass Hannah und ihr Vater – vor allem von der Nazifamilie Hartwig – angegriffen werden. Er beginnt, über den Nationalsozialismus zu recherchieren und sorgt sich, dass seinen Freunden Schlimmes bevorstehen könnte.

filmisch

Der Film erzählt kindgerecht von verschiedenen Aspekten des Antisemitismus im Nationalsozialismus. Auch Themen wie Fluchthilfe und Widerstand werden behutsam vermittelt, indem sie als Rätsel präsentiert werden, die die Kinder im Film nach und nach entschlüsseln. So entsteht eine Form der Wissensvermittlung, die junge Zuschauer*innen nicht überfordert, sondern ihnen – ähnlich wie bei einem eigenen Forschungsauftrag – historische Zusammenhänge schrittweise eröffnet. Besonders interessant ist die Verbindung mit Elementen des Kriminal- und Detektivfilms, die für Spannung sorgen: rasche Schnitte, auffallende Musik und ein authentisch wie aufwändig gestaltetes historisches Setting. Die Zeitreise, die Karli unternimmt, wird so auch für das Publikum zu einer Reise in die Vergangenheit, unterstützt durch die angepasste Sprache und Kostüme. Im Vordergrund stehen die Kinder; sie agieren selbstständig und selbstbewusst.

Anknüpfungspunkte an die pädagogische Arbeit

Im Schulunterricht kann der Film als Anlass zu eigenen Rechercheaufgaben über den Nationalsozialismus genutzt werden. Zu untersuchende Aspekte könnten sein: Antisemitismus, antijüdische Gesetze, Denunziationen, systematische Verfolgung verschiedener Menschengruppen, sowie Flucht und Fluchthilfe. Filmästhetisch interessant sind das historische Setting und die spannende Inszenierung einzelner Szenen, in denen die Kinder rätseln und forschen. Auch die Figurenentwicklung, etwa bei Karli und Georg, bietet Ansatzpunkte für eine Analyse der Narration. Schüler*innen könnten untersuchen, wie mit Musik, Kamera und Schnitten Spannung erzeugt wird. Wichtig ist ein begleitender Dialog, um zu verdeutlichen, dass das Hotel im Film als Ort der Fluchthilfe eine Ausnahme darstellt. Ebenso erfordert die karikaturistische Darstellung der Nazifamilie eine begleitende Erklärung, um zu betonen, dass der Großteil der deutschen Bevölkerung partizipierte – und nicht nur einzelne Personen.

Kategorie: ab 5. Klasse, Sachsen-Anhalt, Sonderveranstaltungen

Im Osten was Neues

8. Mai 2026 by

Thomas „Eichi“ Eichstätt, der stattliche Typ mit den vielen Tätowierungen, wirkt auf den ersten Blick ein wenig furchteinflößend. Doch wenn man sieht, wie liebevoll er mit den Jungs seiner Fußballmannschaft umgeht, allesamt Geflüchtete im Raum Torgelow, wie er ihnen hilft im Alltag, dann ändert sich das Bild. Loraine Blumenthal hat ihn begleitet und zeigt, dass auch er dringend Hilfe benötigt von der Stadt und dass er eine Vergangenheit in der Neonaziszene mit sich herumträgt, auf die er nicht stolz ist.

Wir möchten mit Loraine Blumentahl in Magdeburg über ihren Film sprechen. Sie und Ihre Schülerinnen und Schüler sind herzlich dazu eingeladen. Der Eintritt ist für alle frei.

Sie können sich ab sofort anmelden unter:
schuetz@schulkinowochen.de
Ansprechpartner: Peter Schütz, Telefon: 0361-66386-20

EINTRITT FREI

IM OSTEN WAS NEUES
Dokumentarfilm / Deutschland 2025 / 86 Min. / Regie: Loriane Blumenthal
ab 9. Klasse / empfohlen ab 14 Jahren / FSK: 12

Unterrichtsfächer Politik, Sozialkunde, Ethik, Geschichte, Sport, Demokratieerziehung (fächerübergreifend)
Themen diverse Lebensrealitäten, Teilhabe, Ausschluss, Migration, Migrationsgesellschaft, Rassismus, Rechtsextremismus, Ostdeutschland, Empowerment, Fußball

IM OSTEN WAS NEUES begleitet den Fußballverein FC PIO, der in einer Kleinstadt in Mecklenburg-Vorpommern zu einem wichtigen Ort für junge Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrungen geworden ist. Im Zentrum steht Thomas „Eichi“ Eichstätt, der gemeinsam mit Spielern aus Afghanistan, Tschetschenien, der Ukraine und weiteren Herkunftsländern einen Raum schafft, in dem Begegnung, Anerkennung und gegenseitige Unterstützung möglich werden. Der Film zeigt, wie ein scheinbar „kleines“ Vereinsumfeld zu einem sozialen Anker wird – inmitten gesellschaftlicher Spannungen, rechtsoffener Stimmungen und struktureller Benachteiligung. Ohne zu idealisieren, macht der Film sichtbar, wie Vertrauen entsteht, wie Konflikte ausgehandelt werden und wie gemeinsames Handeln zu einer Form von Selbstermächtigung wird.

filmisch

Statt Interviewsituation oder Off-Kommentar entsteht die Erzählung durch Situationen, Blicke und Gesten im gemeinsamen Alltag. Die Kamera bleibt oft nah an Gesichtern und Körpern, etwa während des Trainings oder im Vereinsheim, wodurch eine körperliche Präsenz und direkte Beziehung erfahrbar wird. Der Ton bewahrt Umgebungsgeräusche – Rasen, Stimmengewirr, Wind –, was die Atmosphäre des Ortes trägt. Die Montage strukturiert Übergänge zwischen Spielplatz, Privatleben und Stadtumfeld in einem ruhigen Rhythmus und vermeidet erklärende Insert-Texte. So entsteht ein filmischer Raum des Zuhörens, in dem der Film Haltung durch Form, nicht Interpretation vermittelt.

Anknüpfungspunkte an die pädagogische Arbeit

Der Film eignet sich, um Fragen von Zugehörigkeit, Gemeinschaft und Demokratie im Alltag zu behandeln. Er bietet einen sensiblen Zugang zu Themen wie Rassismus, Migration, ländlicher Raum, Teilhabe und Solidarität. In der schulischen oder außerschulischen Bildungsarbeit kann der Film genutzt werden, um stereotype Vorstellungen über „Ostdeutschland“ zu reflektieren und konkrete Lebensrealitäten sichtbarer zu machen. Gleichzeitig zeigt er positive Handlungsspielräume: wie Menschen Räume gestalten, Verantwortung übernehmen und Strukturen verändern. Methodisch eignet sich der Film für Gesprächsrunden, biografische Reflexionen sowie als Ausgangspunkt für lokale Recherchen zu Vereinen, Initiativen oder Beteiligungsmöglichkeiten vor Ort. Die Schüler:innen können analysieren, wie der Film nur durch Beobachtung erzählt. Welche Eindrücke entstehen dadurch? Welche Wirkung hat diese Machart auf sie als Zuschauer:innen?

Kategorie: ab 9. Klasse, Sachsen-Anhalt, Sonderveranstaltungen

Schindler Liste

8. Mai 2026 by

Kaum ein anderer Spielfilm über den Holocoust hat international solche Spuren hinterlassen wie „Schindlers Liste“ von Steven Spielberg. Bis heute hat er nichts an seiner Relevanz eingebüsst. Er erzählt nicht nur eine Geschichte des Holocoust, sondern beschäftigt sich auch mit der Frage, wie es gelingt, Mensch zu bleiben innerhalb eines unmenschlichen und mörderischen Systems. Und natürlich beschäftigt uns auch die Frage, ob man eine Geschichte, die in das Zentrum der schlimmsten Verbrechen des 20. Jahrhunderts führt, im Stil amerikanischen Erzählkinos inszenieren darf.

Wir sprechen darüber in Dessau. Sie sind herzlich dazu eingeladen. Der Eintritt ist frei!

Anmeldungen sind ab sofort möglich unter:
schuetz@schulkinowochen.de
Ansprechpartner: Peter Schütz, 0361-66386-20

EINTRITT FREI

SCHINDLERS LISTE
Drama, Historienfilm, Biografie / USA 1993 / 194 Min. / Regie: Steven Spielberg
ab 9.Klasse / empfohlen ab 14 Jahren / FSK: 12

Unterrichtsfächer Deutsch, Ethik, Geschichte, Politik, Englisch, Religion, Philosophie
Themen Nationalsozialismus, Holocaust, Judenverfolgung, Konzentrationslager, Antisemitismus, Krieg, Zivilcourage, Widerstand, Anpassung, Filmklassiker

Der Unternehmer Oskar Schindler kommt während des Zweiten Weltkriegs nach Krakau, um sich dort geschäftlich zu etablieren. Mit einnehmendem Auftreten und großzügigen Geschenken macht er sich bei den deutschen Besatzern beliebt, setzt aber auch auf jüdische Geldgeber, die ihm gegen Warenlieferungen die Mittel zum Kauf einer Fabrik beschaffen. Die Juden, die in Schindlers Emaille-Fabrik arbeiten, gelten als „kriegswichtig“ und werden nicht deportiert. Doch dann kommt der Befehl zur Auflösung des Zwangsarbeiterlagers – die Insassen sollen nach Auschwitz deportiert werden. Schindler zahlt eine hohe Summe an den sadistischen Lagerkommandanten Amon Göth, um möglichst viele Menschen in einer Rüstungsgüterfabrik in der Tschechoslowakei unterzubringen. Mehr als 1.100 Juden kann er auf diese Weise vor dem Tod retten. Schindlers Fixierung auf Profit weicht dem Versuch, Menschlichkeit zu bewahren, wo das scheinbar unmöglich ist. Als die Rote Armee anrückt, unterstützen Schindlers Angestellte seine Flucht nach Deutschland.

filmisch

Der mit sieben Oscars ausgezeichnete Film macht aus Schindler keinen strahlenden Helden. Sein Businessplan beruht auf Ausbeutung, und erst als er Zeuge des nationalsozialistischen Mordapparates wird, stellt er sich auf die Seite der Menschlichkeit. Der Film arbeitet mit aufwändigem Szenenbild, großer Emotionalität und ist fast ausnahmslos in Schwarz-Weiß gedreht. Nie verliert er die Balance zwischen großem Kino und der im Hintergrund stehenden Mahnung, die schlimmsten Verbrechen des 20. Jahrhunderts nicht zu verharmlosen.

Anknüpfungspunkte an die pädagogische Arbeit

Entstehung, Ziele und Auswirkungen des NS-Regimes sind wichtige Themen im Geschichtsunterricht, die Strukturen totalitärer Regime im Fach Politik. „Schindlers Liste“ zeigt am konkreten Beispiel, was passieren kann, wenn eine menschenverachtende Ideologie die politischen und militärischen Machtinstanzen eines Staates durchdringt. Ein Spielfilm konzentriert sich naturgemäß auf einzelne Figuren, auf den Konflikt zwischen Anpassung und Widerstand. Hier bieten sich Anknüpfungspunkte für filmsprachliche Analysen, aber auch für den Philosophie- oder Ethikunterricht. Jüdisches Leben und Vorurteile gegenüber Juden können im Fach Religion aufgearbeitet werden. Da Willkür und Brutalität im Film nicht ausgespart werden, ist es angeraten, den Schüler*innen die Möglichkeit zu geben, ihr subjektives Filmerleben und ihre Betroffenheit zum Ausdruck zu bringen. Zur Vor- und Nachbereitung des Kinobesuchs stehen verschiedene Unterrichtsmaterialien zur Verfügung.


Kategorie: ab 9. Klasse, Sachsen-Anhalt, Sonderveranstaltungen

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