Lehrkräftefortbildung in Präsenz
07.10.2026 | 09:00-17:00 Uhr | Halle
Ort: LISA Halle, Riebeckplatz 9, 06110 Halle (Saale)
Moderation: Jörn Hetebrügge (Autor und Journalist mit Schwerpunkt Film und Kunst)
Wer liebt das nicht: Im Sessel oder in der Couch zu versinken und in einen Thriller, ein Spektakel oder eine RomCom abzutauchen? Die Fortbildung widmet sich jedoch filmischen Strategien, die sich bewusst einer solchen passiven konsumistischen Haltung widersetzen – und die dazu animieren, im Kino und darüber hinaus genauer hinzuschauen.
Filme funktionieren seit jeher als kleine Fluchten im Alltag, weil wir das Geschehen auf der Leinwand (oder dem Bildschirm) als Realität wahrnehmen – selbst dann, wenn das Geschehen noch so fantastisch oder abstrus ist. Ein Grund dafür ist die besondere Kinosituation, die uns einlädt, gebannt auf die Leinwand zu starren. Und natürlich das Filmbild selbst, das auch in digitalen Zeiten noch immer wie ein Abbild der Wirklichkeit wirkt. Entscheidend ist jedoch, dass die Inszenierung fast immer darauf aus ist, sich selbst „unsichtbar“ zu machen, um so unsere Aufmerksamkeit und Gefühle zu lenken. Derart manipuliert, erleben wir einen Film normalerweise als bruchlose Illusion.
Demgegenüber stehen Filme, die uns zum „Mitmachen“ auffordern – die ein aktives Hinschauen und Reflektieren einfordern: Filme, die bewusst den gängigen Illusionismus aufbrechen, Assoziationen provozieren, mit Erwartungshaltungen spielen, unsere Sehgewohnheiten und Sichtweisen erschüttern. Das klingt herausfordernd, wird aber belohnt. Denn die Erfahrung, sich als Zuschauende:r aktiv einzubringen, kann dazu beitragen, den Blick nicht nur auf Filme zu schärfen, sondern auch außerhalb des Kinos Stereotype und Klischees wahrzunehmen und zu hinterfragen. Und: Sie macht Filme sehen zu einem vielschichterem Vergnügen.
Vorkenntnisse der Filmanalyse sind nicht erforderlich. Sie sind aber herzlich eingeladen, sich im Vorfeld Gedanken über eigene Seherfahrungen zu machen. Gerne werden wir Ihre Beispiele im Rahmen der Fortbildung besprechen.
ABLAUF (geplant)
09:00-09:30 Begrüßung und Informationen über die Schulkinowoche
09:30-10:00 Persönliche Erfahrungen: Wie erlebe ich Filme?
Was für besondere Seh-Erfahrungen habe ich im Kino gemacht?
10:00-11:00 Eine kurze Einführung in die „unsichtbare Inszenierung“
11:00-11:15 Kaffeepause
11:15-12:30 Methoden zur Aktivierung von Zuschauenden: Analyse von Sequenzen (1)
12:30-13:30 Mittagspause
13:30-14:30 Methoden zur Aktivierung von Zuschauenden: Analyse von Sequenzen (2)
14:30-15:45 Erstellung eines Skripts für eine „aktivierende“ Szene
15:45-16:00 Kaffeepause
16:00-16:30 Ergebnispräsentation und Besprechung
16:30-17:00 Abschlussdiskussion
